Wer sein Fahrrad liebt…


Im Bereich des Preppings gibt es verschiedene Ansichten zum Thema Beweglichkeit im Gelände. Die meisten Prepper wissen, dass stationäres Prepping eine gefährliche Angelegenheit ist. Ich kann mein Haus zur Vorratskammer umgestalten oder Bunker mit Lebensmitteln ausstatten, sollte der Ernstfall eintreten muss ich beweglich sein. Flexibilität ist eines der entscheidenden Kriterien optimaler Krisenvorsorge und sollte bei jeder Planung berücksichtigt werden.

Ich persönlich halte das Kfz oder Krad nicht für die optimale Lösung. Auf der einen Seite ist man abhängig von Ersatzteilen und Kraftstoff. Auf der anderen Seite ist man angewiesen auf Straßen oder zumindest halbwegs taugliches Gelände. Diese Abhängigkeiten zwingen mich, mein Verhalten den Bedürfnissen meines Transportfahrzeuges anzupassen. Darunter leidet zwangsläufig die Beweglichkeit. Deshalb ist meiner Meinung nach das Fahrrad die bessere Alternative.

Im 20.Jahrhundert war das Fahrrad ständiger Bestandteil moderner Armeen

Die Vorteile des Fahrrades erkannte das Militär sehr früh. Militärradfahrer haben auf Straßen und Wegen eine höhere Marschgeschwindigkeit, eine größere Reichweite und sie können sich nahezu lautlos bewegen sowie wesentlich mehr Gepäck als ein Fußsoldat mitführen. Zudem ist das Ausrücken aus der Kaserne im Vergleich zu motorisierten Kräften wesentlich beschleunigt. Diese Vorteile sind für Prepper nicht zu vernachlässigen. Im Ersten Weltkrieg erreichten Radfahrtruppen durch die mangelnde Motorisierung bei gestiegenem Bedarf an Bewegungsgeschwindigkeit ihre weiteste Verbreitung. Die Schweizer Armee setzte bis 2003 noch drei Radfahrerregimenter ein.

Uncle Sam kommt nicht in Tritt

Während des Vietnamkrieges spielte das Fahrrad eine entscheidende Rolle. Anfänglich war es die Strategie der US-Regierung, die Nordvietnamesen und deren Verbündete in Südvietnam, durch Bombenangriffe zu zermürben. US-Präsident Johnson initiierte zu diesem Zweck die Kampagne „Rolling Thunder“. Die amerikanische Regierung war erstaunt, denn die Bombardierungen zeigten keinerlei Wirkung. Die Fahrradregimenter der Kommunisten waren jederzeit in der Lage, den Nachschub für die Truppen aufrecht zu erhalten und die zerstörten Nachschubwege wieder instand zu setzen. Bis zu 400 kg Material und Munition konnten pro Fahrrad transportiert werden. US-Senator William Fullbright fragte daraufhin 1967 den US-Senat “Why don’t we concentrate on bombing their bicycles instead of the bridges?”

Fazit

Das Fahrrad war das optimale Transport- und Fortbewegungsmittel unter den Bedingungen des vietnamesischen Straßennetzes und lies die gewaltige militärische Macht der USA ins Leere laufen. Als oberstes Gebot gilt, dass die Wahl des Fortbewegungsmittels der Gesamtplanung und dem Gelände angepasst sein sollte. Wenn ich plane mehrere hundert Kilometer zu fahren, ist das Fahrrad nicht die erste Wahl. Für Familien mit Kleinkindern ist das Fahrrad ebenfalls nicht optimal. Ansonsten ist das Fahrrad eine wirklich interessante Alternative zu den häufig propagierten Fortbewegungsmitteln in der Prepper-Szene. Die Beschaffung ist vergleichsweise günstig, die Instandhaltung einfach und die Reichweite ausreichend um optimal auf Krisen aller Art reagieren zu können. So be prepared.