The Survival of the Smartest – Überleben beginnt im Kopf


Karl Marx war der Meinung, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Im Survival Bereich ist es genau umgedreht. Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Die Bedeutung der Psyche in Extremsituationen wird häufig unterschätzt, ist aber gar nicht hoch genug einzustufen. Die eigene Wahrnehmung entscheidet letztendlich ob ich eine Situation richtig einschätze. Fühle  ich mich überwältigt und reagiere panisch oder bewahre ich einen kühlen Kopf, analysiere  meine Optionen und handele dementsprechend . Häufig ist dies der entscheidende Unterschied zwischen Sterben und Überleben.

Zwei Rettungsinseln zwei Ergebnisse

Ein klassisches Beispiel für den Einfluss der Psychologie auf das Überleben ist die Geschichte des Fischkutters „West One“. Dieser geriet vor Hawaii in Seenot und kenterte. Die Besatzung rettete sich auf zwei Rettungsinseln. Diese waren  miteinander verbunden und identisch ausgerüstet. Nach zwei Wochen wurden die Männer aus ihrer misslichen Lage befreit. Während die Männer der einen Rettungsinsel aus eigener Kraft das Rettungsboot besteigen konnten, waren die anderen kaum in der Lage sich zu bewegen. Nur unter größten Anstrengungen konnten sie geborgen werden. Ein Mitglied dieser Gruppe überlebte die zwei Wochen auf hoher See leider nicht. Die verbliebenen Männer dieser Rettungsinsel waren dem Tode näher als dem Leben.

Wie konnte es zu einem solch unterschiedlichen Ergebnis kommen wobei die Voraussetzungen für beide Gruppen die gleichen waren?

Die Männer der ersten Rettungsinsel analysierten ihre Situation nüchtern und reagierten besonnen. Sie organisierten ihren Tagesablauf, verteilten die Aufgaben und rationierten ihre Vorräte. Sie hielten ihre Rettungsinsel sauber und kümmerten sich um die eigene Körperhygiene. Die Männer der zweiten Rettungsinsel reagierten anders auf diese Situation. Es gab weder eine Organisation noch irgendeine Planung des Tagesablaufes. Sie lebten einfach in den Tag hinein. Es stellte sich eine Form geistigen Verfalls ein die am Ende in körperlichen Verfall überging. Die Männer waren am Ende der Situation apathisch und hilflos ausgeliefert, und hätten ihr Verhalten beinahe alle mit dem Tode bezahlt.

Optimismus passt in jede Tasche

Falls man glaubt diese Geschichte hätte nichts mit einem selbst zu tun, so täuscht man sich. Jeder ist ein potentielles Opfer, aber nicht jeder hat das Potential zu überleben. Es gibt zahlreiche Fälle von Menschen, die trotz genügend Vorräten und einem Unterschlupf, die Kontrolle verloren, und an der Aufgabe zu überleben scheiterten.  Jeder von uns kann in eine Situation geraten, die sich der eigenen Kontrolle entzieht. Dann heißt es Ruhe zu bewahren und die Situation rational zu analysieren. Es gilt die große Aufgabe des Überlebens in viele kleinere Aufgaben zu zerlegen. Diese Teilaufgaben sind mit Sorgfalt und gesundem Optimismus anzugehen. Denn jeder der sich seine Zuversicht bewahrt, hat gute Chancen zu überleben.

Und denkt immer daran. Um die Kontrolle über eine Situation zu bekommen, darf man die Kontrolle über sich selbst nicht verlieren. Be prepared.